Allgemeines zu Nisthilfen

Im Jahr 2010 begann mein Intersse für Nisthilfen. Schuld daran waren Berichte in der Presse, Fernsehsendungen und vor allem Besuche von Landesgartenschauen. Dort wurden verschiedene Insektenhotels aufgestellt und von mir mit Interesse begutachtet. 

Der Wunsch nach einem eigenen Insektenhotel  wurde dann im März 2011 auf dem "Wiesle" erfüllt.

Auch rund um das Haus wurden zwischenzeitlich die verschiedensten Nisthilfen gebaut, gekauft und aufgestellt bzw. aufgehängt.

Wie die Fachfrauen und Fachmänner natürlich sofort erkennen werden, habe ich sowohl beim eigenen Bau der Nisthilfen, als auch beim Kauf von Nisthilfen viele Fehler gemacht.

Interessanterweise werden die Nisthilfen trotzdem gerne angenommen, was es mir schwer macht, die Fehler zu beheben. Solange die Nisthilfen jährlich belegt werden, möchte ich keines entfernen oder grundsätzlich ändern.

Was für Fehler kann man denn beim Bau oder Kauf  von Nisthilfen machen?

Diese Punkte versuche ich demnächst unter Praxistipps zusammenzufassen. Gebt mir bitte noch etwas Zeit bzw. erkundigt euch im Internet unter den verschiedenen Links. 

Warum braucht es denn Nisthilfen für Wildbienen und Wespen?

Die  Intensivierung der Landwirtschaft raubt vielen Wildbienen die Lebensräume und Nahrungsgrundlage. Auch der moderne Wohnungsbau bietet den Wildbienen kaum noch Möglichkeiten ihre Brut unterzubringen. Auch in der Gartennutzung sieht man immer mehr aufgeräumte Gärten und zunehmend Steingärten. 

Die Bestäubung von Obstbäumen erfolgt aber zu einem sehr hohen Anteil durch Wildbienen. Darüber hinaus gibt es Wildbienen die speziell auf einzelne Blumen angewiesen sind. Zum Beispiel ist die Natternkopf-Mauerbiene ausschließlich auf den Natternkopf als Nahrungspflanze angewiesen. Gibt es keinen Natternkopf, gibt es keine Naternkopf-Mauerbiene mehr.

Diesen Mangel an  Brutplätzen sollten wir duch entsprechende Angebote vermindern. Brutplätze alleine reichen aber nicht aus. Die Wildbienen benötigen aber auch den Pollen von Blüten um ihre Brut und sich selbst mit Nahrung zu versorgen.

Deshalb sollte den Wildbienen neben Nisthilfen auch das Nahrungsangebot gemacht werden. Welche Pflanzen sich dazu besonders eigenen findet ihr in den Büchern oder im Internet. Vielleicht finde ich irgendwann die Zeit, unter dem Register Pflanzen etwas ins Detail zu gehen.

Ein klassisches Insektenhotel deckt allerdings nur den Bedarf einer sehr kleinen Menge von Wildbienenarten.

Werner David hat in seinem Buch "Fertig zum Einzug" folgende Tabelle der Bedürfnisse von Kleinstrukturen von Wildbienen zum Nisten veröffentlicht:

  • 50 % nisten im Erdboden
  • 03 % nagen ihre Gänge selbst in Holz oder markhaltigen Stängel
  • 19 % nutzen bestehende Hohlräume
  • 01 % baut Nester aus Harz oder mineralischem Mörtel
  • 25 % parasitieren als Kuckucksbienen bei anderen Arten
  • 03 % ist die Nistweise nicht bekannt

 Will heißen, ein klassisches Insektenhotel deckt nur den Bedarf einer kleinen Anzahl der Wildbienen.

Deshalb sieht man an vielen Insektenhotels fast nur die Rostrote Mauerbiene und die Gehörnte Mauerbiene. 

In den Tipps werde ich deshalb auch auf die verschiedensten Möglichkeiten an Nisthilfen eingehen.

Ein Balkon reicht übrigens für Nisthilfen und entsprechendes Nahrungsangebot völlig aus. 

Video von Werner David:  Naturgartenbalkon


02.04.2018