Allgemeines zu hohlen Stängeln
Egal welches Material verwendet wird, sollte folgendes beachtet werden:
- Der Stängel sollte hinten verschlossen sein.
Offene Stängel werden seltener angenommen, da das Insekt die Röhre hinten zuerst selbst verschließen muss. - Der Eingang darf keine ausgefransten Fasern haben.
Die empfindlichen Flügel der Insekten könnten verletzt werden, was letztendlich den Tod zur Folge hat. - Die Halme müssen unbeschädigt sein.
Sonst können Feuchtigkeit und Parasiten in die Röhre gelangen. - Das Material muss gut getrocknet sein
- Ein Schutz vor gefräßigen Vögeln (z.B. Spechten und Meisen) sollte angebracht werden.
Entweder ein Gitter mit einer Geflechtgröße von 2 bis 3 cm im Abstand von mindestens 4 cm anbringen.
Oder die Stängel mit Lehm oder Gips hinten ankleben. Damit sind sie auch gleich verschlossen. Nachteil: sie lassen sich schwerer austauschen. - Die Stängel sollten optimalerweise ca. 10 cm lang sein.
Teilweise habe ich Stängel bis 19 cm Länge. Auch 8 cm kommen in gekauften Insektenhotels vor und werden auch angenommen.
Stroh
Stroh hat den Vorteil, dass der Durchmesser auch kleineren Insekten eine Brutmöglichkeit bietet.
Allerdings ist es recht schwierig Strohmatten zu bekommen. Wenn man dann schon eine Strohmatte (z.B. als Winterschutz für Töpfe) bekommt, sind viele Halme beschädigt.
Die Strohmatte verwittert auch sehr schnell. Das erste unten abgebildete Strohfach wurde zwischenzeitlich ausgetauscht. In kleineren Bereichen ist teilweise noch Stroh eingebaut. Auch wenn das Stroh nach ca. 8 Jahren doch stark mitgenommen ist, finden sich immer wieder viele kleinere Bienen und Wespen dort ein.
Grundsätzlich eher nicht zu empfehlen. Aber macht eure eigenen Erfahrungen.
Schilf
Eine Schilfmatte aus dem Baumarkt ist eine ideale Basis für sehr viele Schilfhalme im Insektenhotel.
Mit Schilfhalmen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Sie sind gut haltbar und lassen sich bei Bedarf schnell austauschen.
Der Aufwand aus einer Schilfmatte einzelne Röhren zu fertigen ist allerdings ein recht großer Aufwand.
Damit der Stängel hinten verschlossen ist, säge ich die Stängel mit einer Dekupiersäge immer vor einem Knoten ab. Vier bis 6 Stängel schaffe ich da gleichzeitig.
Den Eingang, wenn erforderlich, abschleifen. Es dürfen keine Fasern abstehen.
Bambus
Bambusmatten bekommt man auch im Baumarkt.
Der Aufwand ist etwas höher als bei Schilf, da der Bambus noch ausgebohrt werden muss und auch der Eingang von mir abgeschmirgelt wird.
Auch beim Bambus säge ich vor einem Knoten ab, damit das hintere Ende verschlossen ist. Sonst muss man beim Ausbohren etwas aufpassen, dass man nicht durchbohrt.
Baumbus ist eigentlich unkaputtbar und wird insbesondere von Mauerbienen sehr gern angenommen.
Bitte eine Atemschutzmaske tragen, da der Staub recht agressiv ist.
Markstängel
Neben Bambus und Schilf gibt es noch eine Vielzahl von Gehölzen die innen hohl sind bzw. mit Mark gefüllt sind, welches problemlos ausgebohrt werden kann.
Ich selbst habe recht gute gemacht Erfahrungen mit:
- Brombeere
- Himbeere
- Holunder
- Rosen
- Carrya
Es soll aber auch mit anderen Stängeln funktionieren:
- Springkraut
- Königskerze
- Beifuß
- Disteln
- Sonnenblumen
- Sommerflieder
- Weinreben
Bei markhaltigen Stängeln gibt es mehrere Möglichkeiten sie als Nisthilfe zu nutzen.
- Ich nutze sie als hohlen Stängel wie Bambus und Schilf.
Also ausbohren und ins Insektenhotel legen. - Ohne weitere Behandlung als langen Stängel senkrecht an das Insektenhotel hängen, senkrecht in Sandtöpfe stecken, senkrecht an Zäunen befestigen.
- Zu Bündeln zusammenbinden und waagerecht aufhängen.
Viele Insekten möchten keine vorgefertigten Hohlräume sondern nagen ihre Brutzellen gerne selbst aus.
Es gibt auch Wildbienen die sich von außen durch die harte Wand in den Markstängel nagen.
Pappröhrchen
Röhren aus Pappe finden sich in fast allen gekauften Nisthilfen. Auch im Fachhandel werden solche Pappröhren angeboten. Es gibt welche die auf beiden Seiten offen sind oder die auf einer Seite einen Kunststoffdeckel haben.
Ich persönlich werde keine weiteren beschaffen. Mit der Zeit löst sich innen die erste Pappschicht und rollt sich etwas ein. Im Verhältnis zu Schilfröhren sind die Pappröhren recht teuer.
Beim Austausch der abgestorbenen Röhren in diesem Jahr waren auffällig viele Pappröhren dabei. An was das auch immer liegen mag.
Video von Werner David: Pappröhren in den Nisthilfen